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Feier anlässlich der Erweiterung der Biologischen Station des Gemeindesyndikates SIAS

 

Die  Biologische  Station  SIAS  ist  eine  von  fünf  Biologischen  Stationen  in  Luxemburg  und setzt Naturschutzprojekte innerhalb ihrer Partnergemeinden um. Die Projekte sind vielfältig und werden in enger Zusammenarbeit mit den Förstern, den Landwirten, den Gemeinden und anderen lokalen Akteuren umgesetzt.


 

Folgende Gemeinden betrieben bisher gemeinsam die Biologische Station SIAS: Contern, Niederanven, Sandweiler,  Schuttrange, Betzdorf,  Frisange, Junglinster und Weiler-la-Tour.

Im Jahr 2016 sind acht weitere  Gemeinden  aus der Region Osten zum Syndikat gestoβen: Bous, Grevenmacher,  Manternach, Mondorf-les-Bains, Remich, Stadtbredimus,  Waldbredimus und Wormeldange.

Nach einer Busfahrt durch die Naturgebiete der neuen Gemeinden am 14. Juli 2016 begrüβte Nicolas  WELSCH, Präsident  des SIAS, die zahlreichen Gäste und zeigte sich erfreut über die zukünftige Zusammenarbeit zum Schutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen.

Die 16 Gemeinden, welche nun in der Biologischen Station des SIAS zusammengeschlossen sind, umfassen eine Fläche von 320 km2,  davon sind 33% Wald und 55% Offenland, NATURA2000 Gebiete belegen 28% der Gesamtfläche.


 

Biologische Stationen sind Einrichtungen kommunaler Syndikate, die vom Nachhaltigkeitsministerium kofinanziert werden. Die  Aufgaben reichen von  der  Erhebung  wissenschaftlicher  Daten  zu  Flora  und  Fauna  bis  zur Umsetzung konkreter Naturschutzmaßnahmen und der Beratung unterschiedlicher Akteure.


 

Im SIAS-Gebiet spielen vor allem die reich strukturierten Landschaften eine wichtige Rolle. So werden von der Biologischen Station SIAS die Unterhaltsarbeiten an Naturhecken koordiniert und umgesetzt. Alte Obstbäume werden geschnitten und neue gepflanzt, seltene Obstsorten werden inventarisiert und vermehrt. Auch einzeln in der Landschaft stehende Solitärbäume werden von der Biologischen Station SIAS gepflegt, Kleingewässer angelegt und Kopfweiden geschnitten.


 

Durchschnittlich werden pro Jahr 250 Obst- und Solitärbäume gepflanzt, rund 800 Bäume in den Bongerten zurückgeschnitten, etwa 80 km Hecken geschnitten (inkl. Feldwege) und 150 m Hecken neu gepflanzt.


 

Neben diesen praktischen Arbeiten werden Daten zur Flora und Fauna erhoben. Erst wenn bekannt ist, wo der Steinkauz oder der Raubwürger vorkommt, wo Orchideen oder andere seltene Pflanzenarten ihr Zuhause haben, können spezielle Artenschutzprogramme erstellt und umgesetzt werden. Dabei kommt der Zusammenarbeit mit den lokalen Landwirten und Förstern eine besondere Rolle zu. Dauerhafte Projekte können nur dann umgesetzt werden, wenn ökologische und landwirtschaftliche Aspekte von Anfang an berücksichtigt wurden.


 

Daneben ist die Biologische Station  SIAS  eine ständige Anlaufstelle bei Fragen rund um Naturschutz und Ökologie. Bewohner und kommunale Mitarbeiter profitieren von der Beratungsstelle und den Weiterbildungsangeboten der Biologischen Station SIAS. Viel Wert wird auch auf die Sensibilisierung und Information der breiten Bevölkerung gelegt. Besonders hervorzuheben sei hier das Projekt 'Meet the bees', welches sich bereits im vierten Jahr befindet. In sog. Schnupperkursen können sich Interessierte über die Arbeit an einem Bienenvolk informieren. Inzwischen entstanden im Rahmen dieses Projektes ein Lehrbienenstand an der Schule in Oberanven und ein gemeinschaftlicher Honigschleuderraum in Munsbach. Dies wurde ermöglicht durch die intensive Zusammenarbeit der betreffenden Gemeinden, der Förster und des SIAS.


 

Nicht nur die Natur profitiert von einer aktiven Biologischen Station, auch die Gemeinden selbst haben viele Vorteile. So werden attraktive Landschaften mit einem hohen Erholungspotential erhalten und geschaffen. Es stehen Fachleute im Bereich der Ökologie, der Biologie und der Landwirtschaft zur Verfügung, die bestens mit den lokalen Akteuren vernetzt sind und so regionale und nationale Projekte lokal aufbauen und umsetzen können. Darüber hinaus sind die Gemeinden in den nationalen Naturschutz-Gremien vertreten. Nicht zu vergessen sind die substanziellen staatlichen Beihilfen, die zwischen 50% bis 100% der Kosten von Projekten betragen.


 

Umweltministerin Carole DIESCHBOURG zeigte sich erfreut über die geografische Erweiterung der Biologischen Station des SIAS. Diese Entwicklung trägt maβgeblich zur Umsetzung der nationalen Politik im Bereich des Naturschutzes bei. Sie  bedankte sich bei allen Beteiligten für das Engagement und die Bereitschaft, die natürliche Umwelt zu schützen.

 

Das Gemeindesyndikat SIAS – ein kurzer Überblick

 

Im Jahre 1974 wurde das «Syndicat intercommunal pour l'assainissement du bassin hydrographiqu e de la Syre» kurz SIAS, von den Gemeinden Contern, Niederanven, Sandweiler und Schüttringen ins Leben gerufen.


 

Ziel des Syndikates war in erster Linie der Bau einer Kläranlage mit den entsprechenden Kanälen. Mit der Veröffentlichung des großherzoglichen Reglements vom 19. August 1989 wurden die Statuten  geändert; das SIAS wurde ein «Syndicat intercommunal à vocation multiple».  Neben der Abwasserreinigung zählten von da an auch der Umwelt- und Naturschutz zu seinen Aufgabenbereichen. In diesem Rahmen entstand die biologische Station des SIAS.

Im Jahre 2009 wurde der gesamte Abwasserbereich aus dem  SIAS in das neugegründete Syndikat SIDEST eingegliedert, seit 2010 zeichnet sich das SIAS auch für die Verwaltung des regionalen Recyclingzentrums in Munsbach und die Müllabfuhr verantwortlich.


 

Zu den Attributionen des Syndikates zählen ebenso die Anschaffung gemeinsamer Maschinen und Materialien. Seit 2014 koordiniert das SIAS die regionale Zusammenarbeit im „Pacte climat" und spielt somit eine wichtige Rolle im Bereich der Energiepolitik der betroffenen Gemeinden.